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09.08.2015

Mit Darmbakterien abnehmen!

Mit Darmbakterien abnehmen

Dass die Darmflora eine große Bedeutung für unsere Gesundheit hat, ist mittlerweile bekannt. Dass sie auch darüber entscheidet, ob wir dick oder dünn sind, weiß man erst seit kurzem. Es gibt nämlich bestimmte Darmbakterien, die schlank, und solche die dick machen. Leider haben die Menschen in den Industriestaaten oft eine Überzahl an dick machenden Bakterien. Das hängt zum einen mit der (falschen) Ernährung zusammen, zum anderen ist auch durch die Evolution bedingt (in kälteren Regionen war es sinnvoll, schneller zuzunehmen). Wie auch immer - entscheidend ist die Frage: kann man mit der Einnahme der richtigen Darmbakterien abnehmen? In diesem Beitrag möchte ich mich damit befassen, welche Arten von Darmbakterien gut fürs Abnehmen sind und was man bei einer solchen „Darmdiät“ bedenken muss, wenn sie erfolgreich sein soll.

Die Darmflora entscheidet ob wir dick oder dünn sind

Dass die Zusammensetzung der Darmflora auch darüber entscheidet, ob jemand übergewichtig ist oder nicht, wird mittlerweile von mehreren Studien bestätigt. Denn die Darmflora von Übergewichtigen und Normalgewichtigen unterscheidet sich. So haben Übergewichtige eine Überzahl an sogenannten Firmicuten. Diese dick machenden Bakterien verwerten die Nahrung besser als schlankmachende Bakterien: sie wandeln sogar Ballaststoffe, die normalerweise ausgeschieden werden, in Fett um! Wer zu viele dieser Bakterien hat, wird also auch von einem Salat dick. Dick machende Bakterien produzieren mehr Fett als der Körper benötigt – und zwar 150 bis 200 Kalorien mehr pro Tag. Das sind rund 10 Kilo Hüftgold mehr pro Jahr! Erste Studien hierzu wurden an Mäusen durchgeführt. Sie legten nahe, dass die Darmflora adipöser Mäuse eine funktionelle Bedeutung haben könnte, weil sie die Energieausbeute aus den verzehrten Nahrungsmitteln beeinflusst. Studien an Menschen zeigen, dass diese Ergebnisse auch auf den Menschen übertragbar sind. So hat zum Beispiel eine Studie mit adipösen Kindern gezeigt, dass bestimmte Bifidobakterien in der Darmflora dazu beitragen, das Gewicht stabil zu halten.

Kann man mit Darmbakterien abnehmen?

Besonders Frauen profizieren von der Darm Diät

Die entscheidende Frage ist nun, ob man die Darmflora von Übergewichtigen durch die Einnahme bestimmter Darmbakterien normalisieren und dadurch Übergewicht, und den entsprechenden Folgekrankheiten wirksam entgegenwirken kann. Die Antwort ist „ja“: es gibt nicht nur Versuche mit Mäusen, mit denen durch die Gabe von Lactobacillus plantarum das Körpergewicht und der Körperfettanteil von adipösen Mäusen signifikant reduzieren konnte. Auch in Bezug auf den Menschen gibt es ganz aktuelle Studien. Eine doppelblinde, Placebo-kontrollierte, randomisierte Studie hat gezeigt, dass die Einnahme des Darmbakteriums Lactobacillus rhamnosus vor allem bei Frauen zu signifikanten Veränderungen im Körpergewicht und bei der Fettmasse führt und übergewichtigen Frauen hilft, eine nachhaltige Gewichtsabnahme zu erreichen. In einer anderen placebokontrollierten Studie wurden 70 adipösen Kindern und Jugendlichen über acht Wochen Darmbakterien in Kombination mit einem Ballaststoff verabreicht. Am Ende der Studie war die Abnahme des Body-Maß-Index’ BMI, des Taillenumfangs und des Taille-Hüft-Verhältnisses in der Gruppe, welche die Darmbakterien bekommen hat, signifikant höher als in der Placebo-Gruppe. Auch schon das Risiko, adipös zu werden, kann offenbar durch die Einnahme der richtigen Darmbakterien gesenkt werden, weil dadurch die Aufnahme der Nahrungsfette reduziert werden.

Hinzu kommt, dass die Darmflora auch Stimmung, Appetit und Wohlbefinden beeinflusst. Das heißt, die Darmbakterien entscheiden darüber, ob wir hungrig oder satt sind, steuern die Vorlieben für bestimmte Nahrungsmittel und kontrollieren unser Hormon- und Nervensystem. Das heißt sie bestimmen auch, ob unsere Sättigungs- oder Appetithormone aktiv sind. Auch hier gilt der Lactobacillus rhamnosus als „Muntermacher“-Bakterium: Es wirkt sich nachweislich auf die Gehirnaktivität aus, senkt den Stresshormonspiegel und sorgt für Wohlgefühl. In meinem Präparat Lacto Slim habe ich die Arten von Darmbakterien kombiniert, die sich aktuellen Studien zufolge positiv auf die Gewichtsreduktion auswirken.

Dr. Oldhavers Buch über Darmbakterien

An dieser Stelle möchte ich auch ganz deutlich sagen, dass Übergewicht ein nicht zu unterschätzendes Krankheitsrisiko darstellt. Denn in den Fettzellen laufen Entzündungsreaktionen ab. So werden Botenstoffe in den Körperkreislauf gebracht, die an anderen Stellen erneute Entzündungsreaktionen auslösen. Mithilfe von Darmbakterien in Form von probiotischen Präparaten können diese niedrigschwelligen entzündlichen Prozesse im Darm reduziert und dadurch die Gewichtsabnahme gefördert werden (s. Festi 2014). In meinem Buch „Probiotika in der naturheilkundlichen Therapie“ habe ich die Einsatzmöglichkeiten der Darmbakterien auf Basis des derzeitigen Forschungsstandes ausführlich dargestellt.

Wie funktioniert die Darm Diät?

Für eine erfolgreiche Darmdiät ist es also entscheidend, die Zahl der „guten“ zugunsten der dick machenden Bakterien zu erhöhen (z.B. mit Lacto Slim) und diese guten Darmbakterien dann zu „füttern“ - und zwar mit Ballaststoffen wie zum Beispiel Inulin oder Apfelpektin. Wichtig ist auch, diese Darmdiät über einen längeren Zeitraum durchzuhalten. Denn der Umbau der Darmflora geht nicht von heute auf morgen. Je länger man die Darmdiät durchführt, desto besser kann sich das neue Gleichgewicht im Darm etablieren und desto nachhaltiger ist die Gewichtsreduktion.



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5 Kommentare

Dr. Oldhaver

19.08.2017

Auch Lactobacillen für Normalgewicht notwendig

Liebe Maggi,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Sie haben Recht, es ist etwas verwirrend. Wichtig: Nicht alle Lactobacillen sind Firmicuten! Studien zeigen, dass mit einem Normalgewicht sowohl Bacteroides als auch bestimmte Lactobacillen assoziiert sind: "Some Bifidobacterium or Lactobacillus species were associated with normal weight (B. animalis) while others (L. reuteri) were associated with obesity." (Milion et al. 2012).

Ich würde nicht empfehlen, auf Kohlenhydrate komplett zu verzichten oder sie radikal zu verringern, gerade wenn man Sport treibt (Hierzu empfehle ich mein neues Buch "Sporternährung Praxisnah'). Entscheidend für die Darmdiät sind jedoch die Ballaststoffe, und die sind in gesunder Form vor allem in Gemüse (und Obst) enthalten, können aber auch in Form von Pulver wie Inulin zugeführt werden.

Zu meinem Buch: Hier ist das Thema Abnehmen nur ein Randthema, es geht vornehmlich um den Einsatz von Probiotika bei verschiedenen Erkrankungen. Aber ich darf schon mal ankündigen: Im Herbst 2017 wird ein Buch von mir erscheinen, das sich speziell auf das Thema "Abnehmen über die Darmflora" befasst.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3374072/

Maggi

17.05.2017

Irgendwie verwirrend

Hallo,

danke, sehr interessant.

Was ich nur nicht verstehe. Die Firmicutes zählen zu den Lactobazillen.

In Ihrem empfohlen Produkt gibt es auch Lactobazillen. Wie kann das sein?

 

In Ihrem Buch wird anscheinend auch nicht auf die ganzen Bakterienstämme eingeganen, oder habe ich das übersehen?

 

Leider wird nirgends wirklich viel erzählt.

 

Keine Kohlenhydrate, aber was ist den in Obst und Gemüse? Zwar nicht so viel wie in Kartoffeln(Gemüse) und Nudeln und Reis, aber doch vorhanden.

Oder verstehe ich da was falsch?

 

Lieben Danken für Infos.

 

Maggi

 


Larissa

09.03.2016

Genial!!!

Ich hab mal Ihre Lacto Slim Kapseln ausprobiert. Die sind echt der Wahnsinn, hätte ich nicht gedacht. Zuerst etwas Grumeln im Bauch aber dann nimmt man richtig ab!


Milan

28.12.2015

Abnehmen

Danke für den tollen Informativen Artikel.

Ich möchte ab Januar abnehmen und bin total motiviert durch zu starten.

http://abnehmen-ganz-einfach-und-effektiv.de/wie-kann-ich-schnell-abnehmen.html

Heinrich W.

11.08.2015

Hervorragender Artikel zu Darmbakterien und Abnehmen

Vielen Dank für diese sehr gute Übersicht über das Thema Darmbakterien und Abnehmen. Vor allem, dass man gleich einen Link zu den Studien bekommt, finde ich sehr gut!


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